Pflegesachleistungen

Grundpflege § 72 SGB XI

  • Bereich der Körperpflege: Hilfe beim Waschen, Duschen, Baden, An- und Auskleiden, bei der Zahnpflege, beim Kämmen, Rasieren sowie bei der Darm- und Blasenentleerung
  • Bereich der Ernährung: Hilfe bei der mundgerechten Zubereitung und Nahrungsaufnahme
  • Bereich Mobilität: Hilfe beim Aufstehen und Zu-Bett-Gehen, Umlagern, Gehen und Stehen
  • Hauswirtschaftliche Versorgung und Hilfen bei der Durchführung diverser Erledigungen

Verhinderungspflege nach § 39 SGB XI

Unabhängig von den Pflegegraden beläuft sich der Höchstbetrag, mit dem sich die Pflegekasse an den nachgewiesenen Aufwendungen für die Verhinderungspflege beteiligt, auf € 1.612 je Kalenderjahr.

Voraussetzungen dafür sind, dass die Verhinderungspflege durch Personen erfolgt, die

  • keine nahen Angehörigen der pflegebedürftigen Person sind (Verwandte bis zum 2. Grad wie z.B. Eltern, Kinder, Enkel, Großeltern),
  • nicht mit dieser verschwägert sind (z.B. Stiefeltern, Stiefgroßeltern, Schwager / Schwägerin, Schwiegereltern, Schwiegerkinder),
  • nicht mit dieser in einer häuslichen Gemeinschaft leben.

Niederschwellige Betreuung gem. § 45b SGB XI

  • Beaufsichtigung von Pflegebedürftigen, um Angehörigen und Pflegepersonen eine „sichere“ Auszeit zu ermöglichen
  • Unterstützung bei sinnvoller Beschäftigung, wie z. B. gemeinsames Lesen, Gesellschaftsspiele, gemeinsames Betrachten von Fotos, Gedächnistraining z.B. Sprichwörter etc.
  • Mobilisation in Begleitung, wie z. B. Spazierengehen, Gehübungen mit Rollator oder anderen Gehhilfen, Bewegungsübungen (jedoch nicht als Ersatz für Physiotherapie!)
  • Begleitung bei Unternehmungen zu Fuß, wie z. B. Arztbesuch, Behördenbesuch, Einkäufen und Apothekengang

Haushaltsnahe Dienstleistungen:

  • Durchführung aller Haushaltsarbeiten wie z. B. Putzen, Waschen, Bügeln, etc.
  • Einkaufen
  • Begleiten zu Arztbesuchen, Behördengängen

Beratung nach § 37b Abs. 3 SGB XI

Pflegebedürftige, die ausschließlich Pflegegeld beziehen, müssen nach § 37 Abs. 3 elftes Buch Sozialgesetzbuch – SGB XI – eine Beratung in der eigenen Häuslichkeit abrufen. Abhängig von den Pflegegraden, in die der Pflegebedürftige eingestuft ist, ist der Beratungseinsatz in Anspruch zu nehmen. So muss bei Pflegebedürftigen der Pflegegrade I bis 3 der Beratungseinsatz halbjährlich, bei Pflegebedürftigen ab Pflegegrad 4 kalendervierteljährlich abgerufen werden.